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Fogging: Schwarzer Staub im Haus

Posted on : 06-05-2013 | By : Felix | In : Heim und Familie

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Schwarzer Staub: Klebrige Ablagerungen in frisch renovierten Wohnungen sind ein noch recht neues Phänomen – Schuld sind Weichmacher, die sich mit Feinstaub und Ruß aus der Raumluft verbinden können.

Erst vor gut einem Monat hatte Karin G. ihre neu bezogene Wohnung renoviert: Flur, Schlaf- und Wohnzimmer hatten einen neuen Wandanstrich und neue Auslegeware bekommen, außerdem war vor zwei Wochen ein neuer Wohnzimmerschrank geliefert worden. Doch die Pracht ist schon dahin: Über den Heizkörpern und Leuchten haben sich binnen weniger Tage schmutzige Staubablagerungen gebildet, die frisch renovierten Wände sehen aus, als würde der Anstrich viele Jahre zurückliegen. Der schwarze Staub lässt sich nicht einfach mit einem Tuch entfernen – der Schwarzstaub fühlt sich ölig an und verschmiert beim Versuch der Reinigung. Was ist passiert?

Was ist Fogging?

Dieses Beispiel ist typisch für das Auftreten von sogenanntem Black Magic Dust oder Schwarzstaub. Die auch als Fogging bezeichneten Ablagerungen bestehen aus Feinstäuben, die durch Anhaftungen von Weichmachern und ähnlichen schwer flüchtigen organischen Verbindungen, den so genannten SVOC (Semi Volatile Organic Compounds). Das Rasterelektronenmikroskop zeigt ca. 50 Nanometer große Fogging-Partikel:

 

Diese zusammenfassend als Weichmacher bezeichneten chemischen Stoffe sind in vielen Produkten enthalten, um deren Eigenschaften zu verbessern oder Lösemittel zu ersetzen – etwa in Farben und Lacken, (Vinyl-)Tapeten, Teppichen (vor allem mit Schaumrücken), Laminatböden und Isolierstoffen. Andere SVOC können aber auch in Kerzenwachs, Textilien, Leder und Kosmetika nachgewiesen werden. Wann genau und warum sich diese Stoffe mit dem in jeder Wohnung vorhandenen Feinstaub zu Ablagerungen verbinden, ist allerdings bislang – gut zehn Jahre nach dem ersten Auftreten des Phänomens – weitgehend unbekannt.

Wann tritt Fogging auf?

Die Ablagerungen treten regelmäßig kurz nach Wohnungsrenovierungen oder im Neubau auf, betroffen sind meist vor allem Wohnzimmer, aber auch andere Wohnräume. Der Staub setzt sich oft hauptsächlich oberhalb von Heizkörpern, an Gardinen und Vorhängen, auf Fensterrahmen sowie auf der Innenseite von Außenwänden ab – am stärksten betroffen sind meist Bereiche mit stärkerer Luftzirkulation. Die schwarze Färbung tritt oft plötzlich auf – meist innerhalb weniger Stunden oder Tage.

 

Für die Bewohner ist das Auftreten von schwarzem Staub zwar unangenehm, aber gesundheitlich unbedenklich. Begünstigt wird Fogging (engl. Fog = Nebel) durch den Abbrand rußender Kerzen und unzureichendes Lüften, auch Baumängel – vor allem Kältebrücken – können einen Einfluss haben.

Um zu klären, wodurch die Ablagerungen entstanden sein könnten, muss meist ein Sachverständiger mit Fogging-Erfahrung hinzugezogen werden. Chemische Analysen sind allerdings nur dann sinnvoll, wenn das Entstehen der Ablagerungen nicht lange zurückliegt. Bei Rechtsstreitigkeiten etwa zwischen Mieter und Eigentümer kann eine Analyse zur Klärung der Verantwortlichkeiten beitragen. Rat gibt es bei den örtlichen Gesundheits- und Umweltämtern und bei der Verbraucherzentrale.

Schwarzstaub entfernen und verhindern

Zur Beseitigung der Ablagerungen ist meist eine gründliche Nassreinigung mit Spülmittelzusätzen, Kunststoffreinigern oder ähnlichem erforderlich, ein Überstreichen der Fläche allein hat meist keinen Erfolg, da die Ablagerungen durchschlagen. Bei der darauffolgenden Renovierung sollte besonders gründlich gelüftet werden.

Frisch renoviert: Typischerweise wurden betroffene Wohnungen kurz vor dem Auftreten der Ablagerungen frisch renoviert. Bei länger zurückliegender Renovierung kann später zu Beginn der Heizperiode noch Fogging auftreten. Auch beim Erstbezug eines neuen Hauses kann der Effekt auftreten.

 

Klebrig: Die Beläge sind nicht einfach von der Wand abwischbar, sondern werden meist als ölig-klebrig beschrieben.

Luftbewegung: Meist ist der Effekt dort am stärksten, wo die Luft bewegt wird – über Heizkörpern und Leuchtmitteln, an kalten Außenwänden oder Kältebrücken.

Raumausstattung: Materialien, die Weichmacher abgeben, können die Entstehung begünstigen – etwa neue Teppiche oder Möbel. Regelmäßiges Lüften kann diesen Einfluss deutlich reduzieren.

 

Quelle:

www.selbst.de/

 

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